Das Leben der Anderen
25. March 2006 von AnnikDas Leben der Anderen
Ost-Berlin, 1984. Ein Künstler-Ehepaar wird von einem Stasi-Offizier bespitzelt. Doch bald schon verliebt sich dieser in die schöne Schauspielerin – und will sie nicht mehr verpfeifen. Das Regiedebut ist für elf Deutsche Filmpreise nominiert. Ein herzliches und zugleich authentisches Stück deutscher Geschichte und unbedingt sehenswert.
Schön auf der offiziellen Homepage: Selbst Akteneinsicht verlangen!








26. March 2006 um 21:43
grosses danke, dass ihr diesen film unterstützt! er hat es wirklich verdient. ich war jedenfalls begeistert und angenehm überrascht. der beste deutsche film seit langem – tolles drehbuch, tolle darsteller, ein rundum gelungenes und sehr unterhaltsames debüt. hat wirklich nix mit der ganzen (n)ostalgie-riege zu tun. die ausführliche besprechung wie immer unter http://www.delicious-films.de/kommentar
27. March 2006 um 11:09
@andy: sag mal, muss es denn sein, dass du deinen link wirklich in jeden kommentar hier reinschreibst? langsam nervts wirklich gewaltig.
27. March 2006 um 13:45
@ herr lehmann
nee, muss nicht sein! wie du siehst, geht’s auch ohne link :-)
ich mag filmeundso sehr gern, vermisse hier nur allzu oft eine ausführlichere besprechung der vorgestellten filme. über reine geschmacksfragen oder die bloße ankündigung kommen annik und timo leider nur selten hinaus, wollen sie aus zeitmangel vielleicht auch gar nicht. deshalb setze ich gelegentlich meinen link hier rein – nur ein angebot, mehr über den film zu erfahren, den man ja auch einfach überlesen/ignorieren kann, wie übrigens auch alle anderen externen links, die hier immer wieder von anderen hörern gepostet werden. aber wenn dich das aus mir unerfindlichen gründen so nervt, setz dich doch dafür ein, dass timo und annik die namen der kommentatoren auch optional als link darstellen, wie bei kino-zeit o.ä.
3. April 2006 um 19:01
Irena Kukutz am 03.04.2006
Kitsch auf höchstem Niveau – Nein, so war es nicht! – für Bildungszwecke ungeeignet. Die Moritat vom einsamen Stasi-Offizier, der eben die Verfolgten rettet… Zur Unterhaltung nicht empfehlenswert. Schon vor dem Start hochgelobt der Debütfilm „Das Leben der Anderen“, das ist schon überraschend. Zumal mit dem Zusatz: „Ja, so war es!“ Zugegeben der Titel ist gut, die Schauspieler „hochkarätig“. Der so gelobte Geschichtenerzähler und Regisseur Donnersmarck will Unterhaltsamkeit mit philosophischer Tiefe, kann man lesen. Weitere Preise winken schon für das „bewegende Stasi-Spitzel-Melodram“. Ein als „Stasi-Thriller“ klassifizierter Film, der erste ernsthafte Film zum Thema Stasi-Repression in der DDR soll es sein. Im Mittelpunkt steht die Wandlung eines karrieristischen Stasi-Offiziers, mit den verträumten Augen eines Ulrich Mühe, der durch seine schmutzige Arbeit zum Literatur- und Menschenfreund wird. Was wir zu sehen bekommen ist Kitsch der Sonderklasse, ein Klischee am anderen wird bedient und immerhin einige neue erfunden. Zu sehen ist auch, wie der Stasi-Offizier sich, durch eine konspirative Haussuchung bei dem zu observierenden Schriftsteller, einen Gedichtband von Brecht entwendet und wie er gerührt und laut die Verse vor sich hin liest, natürlich ein Liebesgedicht. Auf diese Weise schon weichgespült, geht die Wandlung munter voran. Beim täglichen Abhören (Maßnahme B) auf dem Dachboden, denn die ganze Wohnung des Schriftstellers ist in einer sehenswerten Aktion vor den ängstlichen Augen der Nachbarin verwanzt worden – geschieht das Wunder. Die Kopfhörer auf den Ohren, kullert dem Schauspieler Mühe, der dem Hauptmann des MfS ein Gesicht gibt, eine dicke Träne über das Gesicht – so ergreift ihn das Abgehörte. Und als der, bis zum Eingreifen der Stasi, regimetreue Schriftsteller, die Metamorphose zum Oppositionellen vollendet hat, einen Hetzartikel in den Westen schmuggelt, ist es der Stasi-Hauptmann Ulrich Mühe, der die verräterische Schreibmaschine aus dem Versteck holt, damit seine Genossen das Tatwerkzeug nicht finden können. (An dieser Stelle musste ich schon wieder lachen.) Ja, der Regisseur will das Publikum emotional erreichen, leidenschaftlich, tränenreich, eben melodramatisch. Und melodramatisch geht es weiter, der Stasi-Hauptmann wird degradiert, muss später im Stasi-Keller Briefe aufdampfen bis die Mauer fällt. Beim Lesen seiner Stasi-Akten entdeckt der verfolgte Schriftsteller endlich seinen Beschützer und da kommen auch ihm die Tränen. Der rote Fingerabdruck vom roten Farbband der Schreibmaschine auf dem Abhörprotokoll, welch ein genialer Regieeinfall. Dass ein Melodram mit Polit-Thriller-Anspruch nicht die Wirklichkeit widerspiegelt, liegt in der Natur der Sache. Nein, hier stimmt gar nichts, formal langweilig, die Geschichte rührselig, in den Details falsch. Über den zeitgeschichtlichen Rahmen 1984/85 bis zum Ende der DDR erfährt der Zuschauer nichts. Nein, so war es nicht! Weder die eine Seite: der Machtapparat Staatssicherheit, noch die andere Seite: die oppositionelle Kulturszene wird mit dieser fiktionalisierten Handlung auch nur skizziert, geschweige denn nachgezeichnet. Irena Kukutz, 03.04.2006
9. April 2006 um 15:25
Der Film ist wirklich gut! Bevor ihr derartige Kritiktiraden loslasst, versucht es doch einmal selber ein Drehbuch mit Anspruch zu schreiben und verkauft das mal. Ihr werdet dankbar sein für jede positive Nuance bei einer Besprechung. Und das gilt nicht nur für Filme.