Die Geisha

3. March 2006 von Annik
Die Geisha
Bild: Warner Bros.

Annik***½*

DuOOOOO
3.7 Sterne (68 Stimmen) - Stimme auch ab!

Die Geisha

Kurz gesagt: Verkitschte und schön fotografierte Bestsellerverfilmung. Ein hübsches kleines Mädchen mit außergewöhnlich schönen blauen Augen wird von ihren Eltern verkauft. Fern ihrer Heimat soll sie zur Geisha ausgebildet werden, wird aber wegen ihres Unwillens sich mit der neuen Situation anzufreunden zur Dienerin. Nur langsam arbeitet sie sich nach oben, um die Anmut und das Ansehen einer wahren Geisha zu erwerben. Lange habe ich mich vor diesem Film (6 Oscar-Nominierungen!) gedrückt. Zu viel Presse im Vorfeld – in China sei der Film verboten, die japanischen Hauptfiguren werden von Chinesinnen dargestellt, viel zu viel Hollywood, viel zu wenig Asien… Dennoch hat mir der Film gefallen – nicht zuletzt wegen der wunderbaren Aufnahmen. Es bleiben leider viele Fragen zum Wesen der Geisha unbeantwortet, der Kitsch nimmt überhand, dennoch ist es ein Ausflug in eine fremde, exotische Welt. Mich hat der Film an “Anna und der König” erinnert – und wenn diese Filme einen Zweck haben dann den, die Zuschauer neugierig zu machen auf andere Kulturen und einfach mal ein Buch zur Hand zu nehmen, wo die aufgeworfenen Fragen beantwortet werden.

4 Kommentare zu “Die Geisha”

  1. Karsten sagt:

    Ich sehe das ganz aehnlich.

    Wenn man Aschenputtel in traumhaft schoenen Bildern mag, wird hier hervorragend bedient. Wer sich fuer das Leben einer Geisha oder generell ueber das Selbstverstaendnis der Frauen in diesem Kulturkreis interessiert, sollte sich anderes suchen. So merkwuerdig das fuer manche jetzt klingen mag – es gibt einige Animes, die das sehr viel besser und wirklichkeitsnaeher darstellen koennen (bspw. ‘Millenium Actress’ von Satoshi Kon).

    Das Problem ist – glaube ich – das Thema selbst: es ist nicht mainstream-tauglich. Die Macher werden sehr genau gewusst haben, dass man die Geschichte ‘verwestlichen’ muss, dass die Leute sich das auch ansehen. Haette man sich hier vom Realismus leiten lassen, waere maybe eine schoene Milieustudie rausgekommen, die sich aber nur ein begrenzter Zuschauerkreis angesehen haette. Und da waeren die nicht unerheblichen Investitionen nicht zu rechtfertigen gewesen.

    Der Mainstream interessiert sich nicht fuer das Leben einer Geisha. Schon gar nicht, wenn Regeln und Kultur nicht verstanden werden oder das Interesse dafuer nicht vorhanden ist und somit die Identifikationsfaehigkeit gegen Null geht. Das ist sehr schade, aber immer wieder zu beobachten. Der deutsche 0-8-15-Urlauber, der in der Suedsee nicht auf seine Bratwurst verzichten will, ist ein plakatives Beispiel dafuer.

    Aber davon abgesehen sind die drei Hauptdarstellerinnen Zhang Ziyi, Michele Yeoh und Gong Lee alleine ein Grund, sich den Film anzusehen. Und sie haben auch hier nicht enttaeuscht :)

    Etwas nervend war, dass man sich entschlossen hatte, die Darstellerin nicht zu synchronisieren. Ein guter Teil des Unrealismus-Gefuehls entstand dadurch, dass die Figuren in ihrem eigenen Land in gebrochenem Englisch kommunizierten. Das haette man besser loesen koennen.

    Sehr schade finde ich uebrigens, dass die Darstellerinnen nun in ihrer Heimat angefeindet werden, sie haetten sich an den Erbfeind verkauft, und in Japan die Nase darueber geruempft wird, dass Chinesinnen die Hauptrollen bekamen.
    Fuer alle, die jetzt glauben, dass Chinesen ja nicht wie Japaner aussaehen: das ist ein populaerer Irrtum. Japanische Freunde eines Bekannten sagten mir, dass es einen ethnisch wahrnehmbaren Unterschied nicht gibt. Das waere genauso, als ob man visuell einen Franzosen von einem Deutschen unterscheiden koenne. Ergo: Politisch forcierter Bullshit.

  2. Ralf Peekel sagt:

    Hi,
    auch ich stimme mit dir überein. Man muss sagen das so ein Film Hollywood unverträglich ist, also ein totgeborenese Kind. Wenngleich ich die Schauspieler gut finde u fand, es ist offensichtlich das man hier an Tiger Dragin, Hero u Flying Daggers anknüpfen wollte. Es war klar das das Thema Japan mit chin. Darstellern eigentlich gar nicht geht, was eher dort ein problem als hier ist.
    Man kann auch kasse machen wenn Fantasie anspricht u Neugier weckt. Wir sollten uns nicht immer so schlecht machen “Pauschtourist mit Bier u Wurst” das sind einige (viele?) aber nicht alle. Auf der anderen Seite wenn man das nicht fertig bringt Faszination zu wecken, dann lass so ein Thema.
    Das Buch hat sich glaub ich sehr gut verkauft. Und da ist fast nicht plakativ. Es lebt vom EInblick den vielen kleinen DIngen aus dem täglichen leben.
    Da hätte man sehr viel mehr tun können …aber wohl nicht in Hollywood!
    Die Prods haben entweder keine Fantasie oder no Balls.

    Ich hab ihn gesehen obwohl ich wußte es wird nichts. Aber ja schöne Bilder waren schon jede Menge, aber leider kein bisschen Gefühl!
    Ralf

  3. balz sagt:

    Naja,…. Verkitscht war der nicht…

  4. Kathrin sagt:

    diese gescxhichte ist sowohl traurig als auch frohlich!!!
    sie ist einfach super .Nur schade das man den film niergens zu sehen bekommt !!!


Kommentar schreiben

HTML: Folgende Tags sind erlaubt: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>