Reading Lolita in Tehran

31. December 2005 von Annik
Reading Lolita in Tehran A Memoir in Books
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Annik*****

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Reading Lolita in Tehran

Ich lese gerne Bücher zu ein und demselben Thema am Stück. So hatte ich natürlich längst meine Afrika-Phase, dann meine Asien-Phase, und nach Funny in Farsi: A Memoir of Growing Up Iranian in America hat mich auch dieses Buch über den Iran sehr interessiert. Darin geht es um Azar Nafisi selbst, denn die Autorin ist Professorin für Englische Literatur und unterrichtete lange Zeit in Teheran.

Nach den politischen Umwälzungen und den immer härter werdenden Restriktionen begann sie, ihre Lieblings-Schülerinnen zu Hause zu einem Lesekreis einzuladen. Hier konnten sie unbehelligt all jene Bücher besprechen, die ihnen wichtig waren – eben auch Vladimir Nabokovs Lolita. 1997 dann zog sie doch nach Amerika, wo sie heute an der John Hopkins Univesität lehrt.

Ganz ehrlich: Mir ist das Buch zu lang. Besonders interessant finde ich, wie das Alltagsleben in Teheran in den 80er-Jahren war, wie sich die Menschen arrangierten mit der neuen Regierung, und wie sie ihr Leben immer mehr in die schützenden Häuser verlegten. Interessant natürlich auch, wie unterschiedlich die jungen Schülerinnen bei den donnerstäglichen Treffen sind, von super-modern bis ultra-konservativ, verbunden nur durch die Liebe zur Literatur. Allerdings bindet die Autorin auch immer wieder seitenweise Analysen der gelesenen Werke mit ein, vergleicht Lolita mit dem Leben im Iran. Natürlich ist das eine gut gewählte Parallele, aber mich haben diese Seiten ermüdet, und am Ende habe ich sie übersprungen. Eine Beschränkung auf das Wesentliche und eine Kürzung auf 150 Seiten hätte mir besser gefallen. Zu meinem Erstaunen (denn “Funny in Farsi” wurde nicht übersetzt) gibt es dieses Buch auch auf Deutsch, da heißt es Lolita lesen in Teheran.

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